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Wie wir berufliche Bildung verstehen

Im Folgenden werden Grundsätze unseres Ausbildungskonzeptes dargestellt. Wie der Mensch selbst, so befindet sich auch unsere Schule in ständiger Entwicklung. Es ist uns ein großes Anliegen, unser Ausbildungskonzept nicht statisch werden zu lassen, sondern es ständig weiterzuentwickeln.

Erwachsenenbildung

Die Pflegeausbildung an der Freien Krankenpflegeschule ist auf das Lernen von Erwachsenen ausgerichtet. Dies zeigt sich neben den eingesetzten Methoden auch in einem partnerschaftlichen Umgang zwischen den MitarbeiterInnen der Schule und den Pflegenden in Ausbildung. Eigenverantwortung und Eigeninitiative im Zusammenhang mit dem Lernen setzen wir als Grundhaltung für die Ausbildung voraus.

Zu Beginn der Ausbildung wählen die Pflegenden in Ausbildung einen/eine AusbildungsbegleiterIn aus dem Lehrerkollegium. Dadurch soll eine kontinuierliche, individuelle Begleitung des Pflegenden in Ausbildung auf seinem Lernweg ermöglicht werden. Gegenseitige Offenheit und Verbindlichkeit sind notwendig, damit die gemeinsame Arbeit über drei Jahre gelingt.


Entwicklung von beruflicher Handlungskompetenz

Pflegende sind in ihrem beruflichen Handeln in vielfältiger Weise gefordert. Neben einer hohen fachlichen Kompetenz wird von ihnen ein ausgeprägtes Maß an Sozialkompetenz gefordert, welche sich beispielsweise ausdrückt in Empathiefähigkeit, Kritikfähigkeit sowie der Fähigkeit zur konstruktiven, wertschätzenden Kommunikation. Selbstkompetenz bezeichnet die Fähigkeit, für sich selbst zu sorgen, an sich zu arbeiten, sowohl ein gesundes Selbstbewusstsein als auch Interesse am anderen Menschen zu entwickeln und stellt ebenfalls eine zentrale Kompetenz im Pflegeberuf dar. Eng damit verbunden ist die ethische Kompetenz, welche den bewussten Umgang mit den eigenen Werten und Haltungen, das Position-beziehen für Menschenwürde und Autonomie und die Anwaltschaft für den pflegebedürftigen Menschen beschreibt. Voraussetzung für lebenslanges Lernen ist die Entwicklung von Methoden- und Lernkompetenz (kreative Gestaltung des eigenen Lernprozesses, Lerntechniken entwickeln und nutzen, zielgerichtetes Arbeiten, u.s.w.).

Die Entwicklung der beruflichen Handlungskompetenz wird an unserer Schule durch entsprechende Unterrichtsmethoden und eine darauf ausgerichtete Schulkultur gefördert.

Neben vielem, was in einer Ausbildung "zufällig", sozusagen nebenbei geschieht, kann die Entwicklung von berufliche Handlungskompetenz durch entsprechende methodisch-didaktische Elemente gefördert werden. Einige Stichpunkte zu dem, was an unserer Krankenpflegeschule bisher verwirklicht ist, mögen dies verdeutlichen:

  • Erfahrungsbezogener Unterricht (sich gegenseitig waschen, Essen reichen, einreiben u.v.a.m.)

  • Fallorientierter Unterricht

  • Eigene Erlebnisse reflektieren (gemeinsame Praxisauswertungen im Kurs, bei Praxisanleitungen, Unterrichtsauswertung, Praxis-Auswertungsbogen)

  • Projektunterricht (z.B. Projekte zu "Kind und alter Mensch" oder "Heilpflanzengarten")

  • Gestaltungsraum bekommen und nutzen lernen (z.B. vom Kurs selbst gestaltetes Seminar zu Sterben und Tod, Blockabschlüsse, freie Aufgabenstellungen bei Praxisaufgaben, Kolloquium)

  • Entdeckendes Lernen (keine fertigen Lösungen präsentiert bekommen, Lösungswege selbst herausfinden müssen)

  • Praxisaufgaben (beispielsweise Pflegetätigkeiten beschreiben und den Lernprozess reflektieren, Patientenbeschreibungen, Planungsaufgaben, etc.)

  • Mitverantwortung für die eigene Ausbildung (z.B. Verbindlichkeit bezüglich getroffener Absprachen, pünktliche Abgabe erledigter Aufgaben und Ausbildungsnachweise, Mitverantwortung für Vor-, Zwischen- und Abschlussgespräche in Theorie und Praxis, Ausleihsystem in der Bibliothek, Einfordern von Lernberatung, u.v.a.m.)

  • Soziale Aufgabenstellungen (Patenschaften für den neuen Unterkurs, Kursverantwortung für Ordnung im Klassenraum, Begrüßungs- und Abschlussfeste, Aufgaben innerhalb der Kursgemeinschaft (Klassenbuch, Medien, etc.), Entscheidungsfindung im Kolloquium)

  • Künstlerischer Unterricht


Anthroposophie in der Pflegeausbildung

Die Ausbildung an der Freien Krankenpflegeschule bezweckt nicht allein die Vermittlung der für die Berufsanerkennung notwendigen Inhalte und Fertigkeiten. Neben der Absicht, Mitarbeiter für anthroposophische Einrichtungen zu qualifizieren, ist die Einsicht leitend, dass helfende Berufe eine moderne spirituelle Weltanschauung benötigen, welche die herkömmliche schulmedizinische und pflegerische Anschauung erweitert. Ohne ein konkretes Wissen um die Beziehung des Menschen zur Erde und zum Kosmos und ohne anfängliche Fertigkeiten, dies in der Pflegepraxis einzubeziehen, besteht die Gefahr, dass die Entfremdung des Pflegenden von seinen Berufsaufgaben immer weiter fortschreitet. Daher liegt eine Aufgabe auch in der Vermittlung der spezifischen geisteswissenschaftlichen und praktischen Grundlagen der Anthroposophischen Medizin und Pflege. Anthroposophie soll in der Ausbildung authentisch und undogmatisch sowohl den Unterricht durchziehen als auch als spezielles Unterrichtsthema behandelt werden.

Mitgestalten der Schulgemeinschaft

Ein positives Umfeld unterstützt erfolgreiches Lernen. Die Schulgemeinschaft ist ein wesentlicher Pfeiler, der unsere Ausbildung trägt. Das Einbringen von Ideen, die aktive Mitgestaltung an gemeinsamen Aktivitäten wie Exkursionen, Festen und Feiern sowie Projekten, halten die Schulgemeinschaft lebendig. Ein konstruktives Umgehen mit Konflikten und der verantwortungsvolle Umgang mit gemeinsam genutzten Räumlichkeiten sind notwendig. In regelmäßig stattfindenden Unterrichtsstunden (Kolloquien) besteht die Möglichkeit zum Austausch, Gemeinschaftsbildung ist hier ein zentrales Thema.